Allgemein

Drei griechische Volksm├Ąrchen + 1

Thassos-Ipsario (1290 m)

Hallo mein lieber Fischer,

ich war ein paar Tage unterwegs und bevor du mir deine Geschichten weiter erz├Ąhlen magst, m├Âchte ich mit dir ein wenig die saftige Natur genie├čen, die momentan unsere Insel, unser Land ├╝berschwemmt. Setz dich doch zu mir, nimm ein wenig von unserem Wein und lausche dem Wind, der gerade unten am Strand die Wellen hochpeitscht. Rieche den Duft, der sich aus den vielen bl├╝henden Blumen, den Kr├Ąutern, dem Meer und noch vielem mehr zusammensetzt und uns wie sooft, die Sinne rauben wird.

Lass uns schweigen und den Moment genie├čen ……………… und ich lese dir drei M├Ąrchen vor.

Thassos-Limenas

Thassos-Kastro

Thassos-Astris

Wei├čt du warum der Esel so schreit ?

Einmal sah der Teufel den Esel auf seiner Wiese grasen, und da wollte er ihn ├Ąrgern. Er ging zu ihm hin und fl├╝sterte ihm ins Ohr: „Ein gro├čer Flu├č ist ├╝ber seine Ufer getreten und s├Ąmtliche Eselinnen sind ertrunken.“ Als der Esel dies h├Ârte, wurde er sehr traurig und fing an, herzzerrei├čend zu schreien. Da tat dann dem Teufel der Esel wieder leid, und er sagte zu ihm: „Sei nicht traurig, eine Eselin konnte sich noch retten.“ Der Esel freute sich dar├╝ber sehr und atmete erleichtert auf. Seidem schreit nun der Esel am Anfang immer so traurig und am Ende tut er so, als w├╝rde er sich riesig freuen ………….. Griechisches Volksm├Ąrchen (Reclam)

Thassos-Ipsario Stones

Alexander von Makedonien (Bruchst├╝ck)

Ein m├Ąchtiger K├Ânig aus fernem Land beschlo├č einst auszuziehen, um das ganze Land, welches unsere Gro├čv├Ąter bewohnten, sich zu unterwerfen. Dar├╝ber war gro├če Best├╝rzung unter diesen, und sie f├╝rchteten, von jenen unterjocht zu werden. Aber da war einer unter ihnen, der Alexander hie├č und aus Makedonien stammte, welches Land jetzt die T├╝rken innehaben: Der war sehr tapfer und konnte Taten vollbringen, die kein anderer zu vollbringen vermochte. Derselbe fa├čte den Beschlu├č, jenem fremden K├Ânig sich entgegenzustellen. Die Alten erz├Ąhlten, er sei K├Ânig geworden, weil er so sch├Ân und sehr edel war.

Dieser Alexander versammelte also in seinem Vaterland lauter auserw├Ąhlte Makedonier um sich und zog mit ihnen dem feindlichen K├Ânig entgegen. Er besiegte ihn und befreite auf diese Weise unser Vok von der ihm drohenden Knechtschaft. hierauf nahm er alle seine L├Ąnder in Besitz und fand hier so viel Reichtum und fruchtbaren Boden, da├č er nicht wieder in sein Vaterland zur├╝ckkehrte. Seine Mutter verfluchte ihn deshalb, weil er sie verlassen h├Ątte. Alexander hatte vorausgesehen, da├č es so kommen w├╝rde. Allein es war sein Wunsch, immer weiter vorzudringen gen Sonnenaufgang, um die Enden der Erde aufzufinden. Auf seinem Zug traf er mit vielen V├Âlkern und vielen K├Ânigen zusammen, die er alle ├╝berwand. Und er zog immer weiter vorw├Ąrts und fand auch Menschen, welche Fl├╝gel und nur einen Fu├č hatten; dieselben flogen in der Luft umher und fra├čen viele von seinen Kriegern. Aber Alexander fand ein Mittel heraus, um auch diese Feinde zu besiegen.

Als er noch weiter vorr├╝ckte, stie├č er auf Menschen, welche Hundsk├Âpfe hatten; dieselben waren sehr gefr├Ą├čig und f├╝gten dem Herr Alexanders gro├čen Schaden zu. Aber auch sie besiegte er. Hierauf kam er in das Reich eines m├Ąchtigen K├Ânigs, dessen Krieger nicht zu Fu├č k├Ąmpften, sondern T├╝rme auf den R├╝cken gewisser Tiere errichtet hatten, welche zugleich mit den T├╝rmen auch noch viele Menschen zu tragen vermochten. Diese Leute k├Ąmpfen sehr tapfer gegen Alexander aber endlich ├╝berwand er sie ebenfalls. Nun marschierte er viele Tage lang, ohne einen Gegener mehr anzutreffen. Seine Soldaten baten ihn, umzukehren. Da er indessen die Enden der Erde aufzufinden w├╝nschte, so lie├č er seine Soldaten an einem Ort zur├╝ck und drang allein weiter vor.

Nachdem er viele Tage lang gewandert war, kam er endlich an die K├╝ste eines gro├čen Meeres und konnte nicht weiter vorw├Ąrts. Da dachte er sich, da├č hier das Ende der Erde sein w├╝rde. Erm├╝det, wie er war, legte er sich nahe am Meer unter einem Baum nieder und schlief ein. Als er erwachte, erblickte er sich gegen├╝ber eine herrliche Insel mit einem pr├Ąchtigen Garten, darinnen Blumen, B├Ąume, bunte V├Âgel und alle G├╝ter der Welt sich befanden. Sie war aber ringsum von sehr hohen ehernen Mauern umgeben, so da├č niemend hingelangen konnte.

Ein Weib, sch├Ân wie eine Neraide, erschien vor ihm und sagte zu ihm, er m├Âge nicht versuchen weiter vorzudringen, denn das werde ihm das Leben kosten. Alexander fragte die Jungfrau, was das f├╝r eine starke Festung mit den ehernen Mauern dr├╝ben im Meere sei, und jene antwortete ihm: „Das ist die Insel der Seeligen. Auf ihr ist das Paradies, und kein Lebender kann dorthin eingehen, sondern nur ein Verstorbener, und auch dieser erst, nachdem in Gott f├╝r w├╝rdig befunden.“ Alexander war betr├╝bt hier├╝ber und weinte, weil er, nachdem er die ganze Welt erobert, nicht auch ins Paradies eingehen k├Ânne, um auch die Abgeschiedenen zu sehen.

Das M├Ądchen bedeauerte ihn, da├č ein so sch├Âner J├╝nglich nicht zu erreichen verm├Âge, was er begehre, und sie sprach zu ihm: „Ich kann dir ein Mittel angeben, damit du wenigstens einige der Verstorbenen siehst.“ Sie zeigte ihm nun eine Gegend, wo sich eine H├Âhle befand, und sagte: „Hole einige deiner Genossen und begib dich mit ihnen hinein in die H├Âhle, da wirst du einige der Verstorbenen sehen, doch n├Ąhern kannst du dich ihnen nicht.“ Alexander ward durch diese Mitteilung zufriedengestellt.

Er kehrte also zu seinem Herr zur├╝ck, holte seine Getreuensten ab und begab sich mit ihnen nach der H├Âhle. Als er in dieselbe eingetreten war, erblickte er jenen K├Ânig, der gegen unser Vaterland hatte zu Felde ziehen wollen, nebst allen anderen von ihm Besiegten, an Ketten gefesselt. Sie jammerten alle und rieten dem Alexander, er m├Âge sich h├╝ten, B├Âses zu tun wie sie, damit er nicht Strafe erleide. Es war auch gro├če Finsternis in diesem Raum, nun nur mit Fackeln hatte man ihn betreten k├Ânnen.

Aus allem diesen erkannte Alexander, da├č hier der Ort der Verdammten sei, und er empfand Mitleid mit ihnen. Da er nun seinen Zweck erreicht hatte, so gebot er seinen Genossen, die H├Âhle wieder zu verlassen. Im Herausgehen hoben sie Erde vom Boden auf, und als sie ans Tageslicht gekommen waren, bemerkten sie da├č es nicht Erde war, sondern lauteres Gold.

Da ergriff Reue ebensowohl alle die, welche Erde aufgehoben, wie diejenigen, welche keine aufgehoben hatten, und zwar jene, weil sie nicht mehr aufgehoben hatten, und diese, weil sie gar keine aufgehoben hatten.

(Aus der Umgebung des Parnasos – Aus dem Buch „Und sie lebten gl├╝cklich ….“ Griechische Volksm├Ąrchen Reclam)

Ob die Insel der Seeligen Thassos war ? Wer wei├č es, aber es w├Ąre ein sch├Âner Gedanke ……………..

Thassos - Poppies

Himmel und Meer

In alten Zeiten war der Himmel so nahe der Erde, da├č die Rinder an ihm lecken konnten. Eines Tages nun nahm ein Mensch Ochsenmist und warf ihn an den Mond; und der Mist ist seidem am Mond klebengeblieben, woher die dunklen Flecken auf seiner Scheibe kommen. Dar├╝ber geriet der Himmel in Zorn und sprach zum Meere: „Gib mir H├Âhe, und ich will dir Tiefe geben.“ Denn auch das Meer war zu jener Zeit ganz flach, und man konnte nach allen Richtungen hin auf seinem Grund gehen. Da gab das Meer dem Himmel H├Âhe und der Himmel dem Meer Tiefe, und so trennten sie sich voneiner.

(Aus Arachowa – Reclam „Griechische Volksm├Ąrchen“)

Blutmond

Limni Volvi MakedonienLimni Volvi Makedonien
Limni Volvi Makedonien
Limni Volvi Makedonien

Amphipolis
Festland Makedonien

Thassos Gr├╝ner Bl├╝hender Mai
Die Alte und der Furz als Entlastungszeuge

Es war einmal ein Ehepaar. Der Ehemann wollte seine Frau in einer raffinierten Art und Weise umbringen, ohne da├č die anderen es merkten. Er ging also jeden Abend nach Hause, schlo├č die Fenster und die T├╝ren und schlug seine Frau blau. Drau├čen erz├Ąhlte er, da├č er mit seiner Frau eintr├Ąchtig lebte wie zwei Turteltauben. Seine arme Frau hielt das nicht aus und wollte sich scheiden lassen. Ihre Nachbarn nahm sie als Zeugen, und darunter befand sich auch eine alte Frau. Der Richter fragte den ersten Zeugen, ob er gesehen h├Ątte, da├č der Mann seine Frau schlug. „Nein“, sagte der Zeuge, ich habe Schreie geh├Ârt und die Schl├Ąge.“ – „Wenn du nichts gesehen hast, setz dich nieder.“ Dem zweiten Zeugen erging es auch so. Weil er nichts gesehen hatte, sondern nur etwas geh├Ârt hatte. Allen Zeugen erging es so. Als letzte wurde die alte Frau vernommen zu der der Richter auch sagte: „Setz dich nieder.“ Die Alte zog sich in eine Ecke zur├╝ck, und als der Richter dachte, er sollte die Frau verurteilen, weil sie keine Zeugen hatte, furzte die Alte, und der Richter sagte ganz erz├╝rnt zu ihr, sie solle den Raum verlassen. Aber die Alte antwortete: „Setz dich nieder! Hast du den Furz gesehen?“ fragte sie ihn. „Nein“ sagte der Richter, „aber geh├Ârt“┬á „Dann gilt deine Aussage nicht“, sagte die Alte, worauf der Richter der Frau recht gab.

(Und sie lebten gl├╝cklich ………. Griechische Volksm├Ąrchen Reclam)

Thassos-KazavitiThassos Gr├╝ner Bl├╝hender Mai
Thassos Gr├╝ner Bl├╝hender MaiThassos Gr├╝ner Bl├╝hender Mai

Kastro
Thassos-LimenasThassos Gr├╝ner Bl├╝hender Mai - Kopie
Thassos-Aliki

Thassos-Black Bee

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