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Wenn Engel (an)reisen oder der Teufel steckt im Detail

kekes-beachDer Fischer erzÀhlt

Es ist September und immer noch schön warm auf unserer Insel.

herbst-1-von-1Vor zwei Wochen wollte ich meine Freunde von dem Flughafen in Kavala abholen, aber auf der Fahrt dorthin zeichnete sich schon ab, dass das Flugzeug sehr verspĂ€tet abheben wĂŒrde (wenn ĂŒberhaupt) und meine Freunde nicht mehr auf die Insel kommen wĂŒrden. Also fuhr ich wieder nach Hause und bat meine Freunde ihren Taxifahrer zu fragen, ob er mit ihnen nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen könnte, falls die FĂ€hre nicht warten wĂŒrde.

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GÀste erzÀhlen: Unser erstes Mal

Unsere ursprĂŒngliche geplante Reise war ins Wasser gefallen und wir fragten einen Freund von uns, ob wir ihn nicht auf Thassos besuchen könnten. Wir waren noch nie auf Thassos, aber da unser Freund immer wieder aufs Neue von Thassos schwĂ€rmte, wollten wir fĂŒr eine Woche die Insel kennenlernen.

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An einem Samstag war es dann soweit, wir bestellten ein Taxi welches uns zum Flughafen brachte und wir waren schnell mit dem Check-In fertig, durch die Sicherheitskontrolle und warten auf das Boarding. Ein wenig verspĂ€tet saßen wir dann im Flugzeug und freuten uns auf den Abflug. Nach einiger Zeit kam die Information des Piloten, dass sieben KofferstĂŒcke zu viel im Flieger sind und gleich jemand kommt, der die ganzen GepĂ€cknummern handschriftlich bei jedem Fluggast aufschreibt damit kontrolliert werden könnte, welche GepĂ€ckstĂŒcke nicht an Board gehörten. Der sehr nett klingende FlugkapitĂ€n erklĂ€rte uns weiterhin: wenn alles ok wĂ€re, könnten wir bald abheben. Wenn nicht, mĂŒsste das ganze GepĂ€ck wieder entladen, mit den Nummern verglichen und wieder eingeladen werden. Das wĂŒrde mind. 1 Âœ Stunden in Anspruch nehmen. Na Prost Mahlzeit dachten wir uns und hofften, dass das GlĂŒck uns hold war und wir bald fliegen könnten.

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Viele Steine sind wohl von den Herzen geflogen als der Pilot uns mitteilte, wir könnten los, alles wĂ€re in Ordnung. Wir rollten in Richtung Startbahn und vor der Startbahn hielten wir wieder relativ lange, sodass wir nervös wurden. Und kurze Zeit spĂ€ter erklang wieder die sonore, nette Stimme des Piloten: sehr geehrte FluggĂ€ste, Damen und Herren, Kinder und sonstigen Mitreisenden 


. wir haben ein Problem mit einem LĂŒfter zwischen den GerĂ€ten und mĂŒssen leider wieder zurĂŒck in die Parkposition.

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Man muss dazu sagen, dass dies ein spĂ€ter Flug nach Kavala war und das Zeitfenster immer enger wurde, die letzte FĂ€hre um 23:30 Uhr noch zu erreichen. Wir informierten unseren Freund ĂŒber Handy, dass wir abwarten mussten, ob der technische Defekt behoben werden könnte.

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Nach einer gefĂŒhlten langen Zeit erklang wieder die nette Stimme des Piloten: sehr geehrte FluggĂ€ste, Damen und Herren, Kinder und sonstigen Mitreisenden 


. Wir können los, aber wir mĂŒssen uns sputen, denn die Startbahn schließt in 12 Minuten. Zack, die Bremsklötze weg, ein heftiger Ruck und johlend aufkreischende Triebwerke beförderten uns rasant zur Startbahn. Ein paar Sekunden spĂ€ter wir gewannen an Fahrt und waren schnell in der Luft – endlich. Wie man allgemein weiß ist es verpönt bei der Landung zu klatschen, aber hier klatschten die Menschen wirklich heftig weil sie froh waren, dass sie endlich ihre Reise beginnen konnten. Es wĂ€re schön gewesen, wenn man uns etwas zu trinken angeboten hĂ€tte bei den ganzen Aktionen, die wir erleben durften und so warteten wir nun, dass wir endlich unseren Durst stillen konnten.

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NatĂŒrlich viel zu spĂ€t fĂŒr die letzte FĂ€hre  und wir kamen erst nach 24 Uhr in Keramoti an. Es war nicht so wichtig, wir waren froh, dass wir ĂŒberhaupt abgehoben und gesund angekommen waren. Die FĂ€hre hatte nicht gewartet und auch die intensive Suche nach einem Hotelzimmer mit unserem Taxifahrer blieb leider erfolglos. Der Taxifahrer setzte uns dann am FĂ€hrhafen ab und wir trafen dort auf eine Griechin, die ebenfalls in unserem Flugzeug gesessen hatte und meinte: dort hinten gibt es eine Taverne, die uns dort die restliche Nacht warten lĂ€sst und auch verköstigt.

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Na wenigstens hatten wir ein Dach ĂŒber den Kopf und mussten uns nicht von den MĂŒcken zerstechen lassen, die in Scharen am Wasser auf uns warteten. Nachdem wir Platz genommen und ein erstes Bier getrunken hatten, fĂŒllte sich nach und nach die Taverne mit weiteren „gestrandeten“ FluggĂ€sten, die nicht mehr nach Thassos kamen. Es bildete sich ein langer Tisch, an dem zum Schluss 18 Personen saßen.

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Die Tavernenwirtin war richtig toll, immer wieder mal brachte sie eine Runde Ouzo oder auch Bier fĂŒr uns an den Tisch. Der KĂŒhlschrank hatte Bier satt. Die erste Reihe Mythos, zweite Reihe Alfa, dritte Fix und zum Schluß Amstel. Wir haben es bis auf die untere Reihe geschafft. Um fĂŒnf Uhr morgens wurde das letzte Amstel geöffnet.

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Aus der ursprĂŒnglich nervigen Anreise wurde ein Abenteuer, eine Nacht mit vorab unbekannten Menschen die zusammenfanden, ein gemeinsames Ziel hatten und in diesen Stunden enger zusammenrĂŒckten und Spaß hatten.

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Wir nahmen die FĂ€hre um 05:45 Uhr und wir kamen ein wenig trunken, mĂŒde, aber glĂŒcklich in unserer Unterkunft an und konnten das Abenteuer Thassos beginnen. Allerdings bevor wir nicht ein paar StĂŒndchen geschlafen hatten.

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Nach einer schönen, eindrucksvollen Woche auf dieser wunderbaren Insel warteten wir in Kavala wieder auf das Boarding. Der Flieger hatte „minimale“ VerspĂ€tung und kurze Zeit spĂ€ter öffnete sich auch die TĂŒre, zum Ausgang. Aber nur kurz, denn wir hörten einen Mann ziemlich laut schimpfen und der ersehnte Ausgang wurde wieder geschlossen. Er hatte wohl ein GepĂ€ckstĂŒck mitgenommen, das nicht mit in den Flieger durfte. Er hĂ€tte das gute StĂŒck am Check-In-Schalter aufgeben mĂŒssen. Aber er ließ sich nicht aufklĂ€ren, sondern beschimpfte die Boden-Mitarbeiterin ĂŒbel. Ein Security-Kollege kam hinzu, um die Wogen zu glĂ€tten. Einige Zeit spĂ€ter saßen wir dann endlich im Flugzeug.

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Die Maschine rollte zur Startbahn, die Triebwerke heulten auf und heulten wieder ab. Stille und es erklang wieder die nette Stimme des FlugkapitĂ€ns, den wir auf dem Hinflug schon hatten: sehr geehrte FluggĂ€ste, Damen und Herren, Kinder und sonstigen Mitreisenden 


. Unser Start wird sich verzögern, da ein Igel ĂŒber die Startbahn und wie es sich gehört auf dem Zebrastreifen lĂ€uft, werden wir selbstverstĂ€ndlich warten. Es war der Hit, unfassbar und alles lachte. Als der Igel seinen Weg soweit fortgeschritten hatte, dass wir starten konnten (natĂŒrlich wurde das von einem wieder heraneilenden Security-Mitarbeiter strengstens beobachtet), klatschten wieder alle Mitreisenden wie auch vor einer Woche, und wir nun auch.

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Nachdem wir die Flughöhe erreicht hatten, ertönte wieder die sonore Stimme des Piloten: sehr geehrte FluggĂ€ste, Damen und Herren, Kinder und sonstigen Mitreisenden 


. Wir möchten uns fĂŒr die unfreiwillige Verzögerung entschuldigen, allerdings nicht wegen des Igels sondern wegen dem GepĂ€ckstĂŒck, welches nicht mit in den Innenraum durfte. Das GepĂ€ckstĂŒck beinhaltete ĂŒbrigens nur Kaffee, alles Kaffee und noch mehr Kaffee 
.. Und wieder lachten die FluggĂ€ste und natĂŒrlich wir.

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Weder hatten wir solch eine Anreise erlebt, noch diese besondere RĂŒckreise und wir sind nicht selten in unserem Leben geflogen. Auch wenn wir viel warten mussten, haben wir so viel Spaß gehabt, dass wir das mit Sicherheit nicht vergessen werden.

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Die Geschichte ist allerdings noch nicht ganz zu Ende.

Nachdem wir beim Ausstieg im Bus saßen und wieder warteten hörten wir eine Frau rufen: dein Handy ist nicht im Flieger, ich habe es hier. Es war die Frau des Mannes, der in Kavala seinen vielen Kaffee mit in den Innenraum nehmen wollte und nicht durfte.

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Nun war er wieder in den Flieger gestiegen, um sein Handy zu suchen und wir duften wieder warten 
…………

Ziege

14 replies »

  1. The first shot gave me great comfort of a feeling of home, and a wonderful meal. And it seems a perfect starting point for an adventure…and the chaos that can often happen with adventures. But from the photos you have and the story of meeting strangers with whom you soon became friends amid many beers, a perfect adventure it was. Wishing you a great autumn ahead!

    GefÀllt 1 Person

    • Hello Randall, thank you and I wish you too a great autumn :). I like simple, small appetizers, like here the stuffed zucchini flowers. I have enjoyed with a friend who likes to drive, hike with me here on Thassos through the area. Haphazard and look at what is behind the next corner. Yes my friends had an exciting arrival, they found it great. Often things happen to you never dreamed, and thus it makes life so very loveable and liveable. 🙂

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  2. Wenn einer eine Reise tut…. Beim letzten mal ist die Geldbörse aus der verschlossenen Innentasche der Jacke im Bus vom Flughaven Thessaloniki in die Stadt geklaut worden. Da hatten wir das ganze Programm mit Polizei, Karten sperren und aufs Konsulat fĂŒr einen Interimspass. Sicher alles Ă€rgerlich aber soviele Menschen haben uns geholfen, das es doch ein“tolles“ Erlebnis war.

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    • Oh, das hört man seltener und es ist sehr böse, wenn einem das passiert. Ich kenne das auch, zwar in Köln, aber es hat mich kalt erwischt. Umso schöner, wenn euch nette Menschen geholfen haben ……… Manche schlimme Dinge bringen Menschen zusammen. So, wie man sie vielleicht ansonsten nie kennengelernt hĂ€tte :). Liebe GrĂŒĂŸe aus Thassos 🙂

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  3. Sachen gibts, die gibts gar nicht 😉
    … und wenn dann noch die Matrosen streiken, wie zur Zeit aber wohl „nur“ fĂŒr 2 Tage …

    Ich hoffe mal, dass uns solche Anreise-Erlebnisse erspart bleiben, wir in einer Woche gemĂŒtlich in Limenaria mit nem leckeren Wein und netten Menschen entspannt am Meer sitzen und Sterne zĂ€hlen ..
    .
    Lese diese Geschichten hier sehr gerne und die Bildern begeistern mich einfach.
    Vorfreude pur:-)!
    Sonnige GrĂŒĂŸe nach Thassos

    GefÀllt 1 Person

    • Danke dir liebe Ingrid :), uih dann bist du ja bald da und ich wĂŒnsche dir eine Ă€ußerst entspannte Anreise :). Meine Freunde hatten im Grunde Spaß an dieser An- und Abreise, es war einfach ein Abenteuer fĂŒr sie ;). Ich bin dann auch noch in Limenaria, aber nĂ€chste Woche Samstag geht es dann wieder nach Hause 😩 ;). Dann kann ich wieder neue Berichte verfassen. Liebe GrĂŒĂŸe Ariane

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  4. Liebe Ariane, da du auch noch in Limenaria bist, wenn wir dort sein werden, wĂŒrde ich mich freuen, wenn wir uns evtl. bei einem GlĂ€schen (mit was auch immer 😉 ) treffen könnten.
    Vielleicht kannst du uns fĂŒr unser 1. Mal ja noch ein paar gute Empfehlungen aus 1. Hand geben,
    z. B. wĂŒrden wir gerne ein Auto (wo?) fĂŒr ein paar Tage mieten, um unseren Radius zu erweitern, oder wo wir uns unbedingt mal hinbewegen sollten um das authentische Thassos kennenzulernen usw., usw.
    Damit wir uns finden bzw. erkennen, wĂŒrde ich mich sehr freuen, wenn du mir eine private E-mail schreiben wĂŒrdest.
    Danke im voraus mit lieben GrĂŒĂŸen nach Thassos
    Ingrid

    GefÀllt 1 Person

  5. Wir sind wieder zuhause – aber die Gedanken sind noch auf der Insel.
    Auch uns hat unser kleines Treffen in Limenaria mit dir und Katharina sehr gut gefallen 🙂
    Ă€ußerst unterhaltsam und fĂŒr uns auch sehr interessant, etwas mehr ĂŒber diese zauberhafte Insel zu erfahren.

    Und ja, wir kommen sicher im nÀchsten Jahr wieder.
    Liebe GrĂŒĂŸe, auch von Helmut
    Ingrid

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