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Die Weltreisende Teil 3 Potamia und rund um die Insel

Es dauerte noch 5 Jahre, bis AndrĂ© sie auf Thassos besuchte und das Leben danach wird der letzte und dritte Teil der Geschichte sein. Die Geschichte ist ĂŒbrigens eine wahre Geschichte und eine Hommage an eine mutige Frau. Eine Frau, die durch eine enge Brieffreundschaft es schaffte, sich von den engen Fesseln des Lebens in einem sĂŒdlĂ€ndischen Land, 20 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, zu lösen 







Sonne, die der Gerechtigkeit bewusst ist,
und ein herrlicher Kranz aus Myrte,
vergesst nicht, ich bitte euch, vergesst nicht,
ich bitte euch vergesst nicht, ich bitte euch,
vergesst mein Land nicht !
Sie hat hohe Berge, in Adlerform,
Reben, Reihe in Reihe am Vulkanhang und die HĂ€user noch weißer,
und die HĂ€user noch weißer, und die HĂ€user noch weißer,
zur Nachbarschaft des Azurblauen !

Meine bitteren HĂ€nde mit dem Blitz, ich drehe sie hinter der Zeit,
meine alten Freunde rufe ich, meine alten Freunde rufe ich,
meine alten Freunde rufe ich, mit Drohungen und Blut !

Theodorakis & Kotsiras – Tis dikaiosinis ilie noite

 

Als AndrĂ© Elena das erste Mal auf Thassos besuchte, war das GefĂŒhl zwischen den beiden Menschen genauso tief, wie Elena sich es vorgestellt hatte. Ihre Brieffreundschaft war von Monat zu Monat, Jahr fĂŒr Jahr, intensiver geworden. Sie wusste, sie wĂŒrde mit AndrĂ© Thassos irgendwann verlassen. Der Glaube an ihre Freiheit war so stark, dass sie sich dieses „andere“ Leben in allen Farben immer wieder ausmalte. Dann war es soweit 




 

Die Insel Thassos empfing AndrĂ© von ihrer schönsten Seite. Das Wasser war seiden und krĂ€uselte sich nur leicht bei der Überfahrt und der Himmel leuchtete azurblau. Der Wind jagte ihm als Geschenk die DĂŒfte Thassos entgegen und er sog erfreut die Geschenke ein. HĂŒpfend und lachend stand Elena am Pier auf Thassos und winkte heftig, als sie ihn oben auf der FĂ€hre stehen sah. Ihr war schlecht vor Freude und Aufregung, sie stĂŒrmte zum Rand des Anlegers.

 

Es wurde ein schöner Empfang und alles war so, wie sich beide ihr erstes, echtes Kennenlernen vorgestellt hatten. NatĂŒrlich konnte AndrĂ© nicht bei ihren Eltern ĂŒbernachten. Sie wussten zwar mittlerweile von ihrer Brieffreundschaft, ahnten auch, dass da mehr als nur Freundschaft war, aber sie hĂ€tten es nie zugelassen. Also brachte sie AndrĂ© zu Dimi, der ihr seinerzeit die Brieffreundschaft ans Herz gelegt hatte und ihr den ersten Brief ĂŒberbrachte.

 

 

 

 

 

 

In den zwei Wochen zeigte Elena AndrĂ© alles auf Thassos, was sie liebte. Die Tiere, hauptsĂ€chlich Katzen, die sie pflegte, die Berge, die vielen schönen Dörfer und natĂŒrlich badeten sie im herrlichen Meer. Nachdem sie erschöpft nachmittags in einen tiefen Schlaf fielen, gingen sie Abends in die Lieblingstavernen, weit ab von ihrem Heimatdorf.

 

 

Fisch, GemĂŒse, Obst, Salate, Leckereien und natĂŒrlich den geliebten FrappĂ©, ĂŒber den AndrĂ© erst mal lachen musste, denn kalten Kaffee mit EiswĂŒrfeln zu trinken, war ihm nicht bekannt. Nach dem ersten Schluck, der sehr bitter war, lachte Elena und versĂŒĂŸte den FrappĂ© mit Zucker und machte ihn leichter mit Zugabe von Milch. Dann war das GetrĂ€nk fĂŒr AndrĂ© perfekt und er hat auch Jahre spĂ€ter, fern ab von Thassos gerne mit Elena FrappĂ© getrunken.

 

Einmal ließen sie es sich so richtig gutgehen und leisteten sich einen Hummer, der gebettet auf GemĂŒse und Nudeln, ein Hochgenuss war. Sie hatten eine schöne Zeit.

 

Thassos gefiel AndrĂ© so sehr, dass er traurig darĂŒber wurde, als sie beide in einer Nacht- und Nebelaktion Thassos verließen. Elena und AndrĂ© fuhren am Abreisetag frĂŒh morgens nach Potamia. Ein Fischerboot sollte sie weit hinter Keramoti in Richtung Alexandroupoli absetzen. Sie hatten noch ein paar Stunden Zeit und sie zeigte ihm das kleine, abwechslungsreiche Dorf. Sie erzĂ€hlte ihm von dem Karneval, der jedes Jahr am Sonntag dort abgehalten wird. Das bunte Treiben, die kleinen TheaterstĂŒcke, die die Menschen auf der kleinen Platia auffĂŒhrten. Der Nebel, entfacht durch die vielen großen GrillflĂ€chen, die Souvlaki und andere Köstlichkeiten bereithielten, durch die Gassen zog. Das erfreute Schreien der Kinder, und die vielen, bunten KostĂŒme. Dann wurde es Zeit, so schnell Zeit, dass sie schnell ihre Sachen zusammenpacken und ihr Boot in die Freiheit betreten mussten.

Eigentlich hatten sie keinen wirklichen Plan, was sie machen wollten, wohin die Reise gehen sollte. Aber sie hatten beide Geld gespart und so begaben sich auf eine Weltreise. Es war immer AndrĂ©s Wunsch gewesen, die Welt zu bereisen, bevor er eine Familie grĂŒnden wollte. Elena war ausgehungert nach dem Leben fern ab von ihrer Insel und so kam es, dass sie sich treiben ließen. Sie blieben dort, wo es ihnen gefiel.

Ihren Eltern, Verwandten und Freunden hinterließ sie einen langen Brief und entschuldigte sich fĂŒr ihr Davonschleichen. Sie wusste, dass sie nie von der Insel gekommen wĂ€re, wenn sie gewusste hĂ€tten, was sie wirklich vorhatte. Die Ohren und Augen auf Thassos waren bekanntlich groß und scharf und hĂ€tten sie daran gehindert, die Insel zu verlassen.

Elena und AndrĂ© reisten viele Jahre, hauptsĂ€chlich durch Arika und Asien. Sie erlebten viel und hatten eine aufregende Zeit. Oft war es abenteuerlich und sehr fremdartig was sie erlebten und sahen. In Indien hielten sie sich am lĂ€ngsten auf. Dann erkrankte AndrĂ© und er wurde von FieberanfĂ€llen geschĂŒttelt. Das Fieber war nicht in den Griff zu bekommen und sie mussten sehr schnell eine Lösung finden, an welchem Ort sie die beste Behandlung fĂŒr ihn finden könnten.

Letztendlich gelangten sie nach Köln, zu Verwandten von André, die versprachen ihm zu helfen, dort ein neues Leben anzufangen. Hinzu kam, dass Elena schwanger war. Es wurde mehr als Zeit, ein neues Zuhause aufzubauen.

In Köln war es nicht einfach fĂŒr die beiden, besonderen Menschen. AndrĂ© konnte zwar wieder arbeiten gehen, aber er hatte immer noch FieberanfĂ€lle. Sie waren zwar nicht so schlimm und oft mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, aber er war schwach und das Ă€nderte sich nicht. Elena bekam noch drei weitere Kinder und kurz nach der letzten Geburt, verstarb AndrĂ©. Es ist nie herausgekommen, was AndrĂ© hatte, aber es wurde vermutet, dass er sich in Indien infiziert hatte, was nicht in den Griff zu bekommen war.

Eine schwere Zeit ĂŒberrollte Elena. Sie hatte kein Geld, die Verwandten von AndrĂ© Seite wandten sich ab und sie musste eine kleine Wohnung finden, die sie bezahlen konnte. In dieser Zeit war es auch in Deutschland sehr schwer fĂŒr eine alleinerziehende Mutter. Nach Thassos konnte sie nicht zurĂŒck, sie wusste das sie dort keine Chance haben wĂŒrde, wieder Anschluss an ihre Familie zu finden, zumal sie das auch nicht wollte.

Sie haben es geschafft, heute geht es allen gut und sie haben ihren Weg gefunden. Die Àlteste Tochter hatte irgendwann den Mut aufgebracht, nach Thassos zu reisen. Heimlich besuchte sie all die Orte, die sie aus Bildern und ErzÀhlungen von ihrer Mutter kannte. Sie wusste, dass sie hier ihren Ort gefunden hatte, wo sie leben wollte 



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Sehr interessanter Artikel !

Klima-Spar-Programm statt Weiter so
Aus: http://www.deutschlandfunk.de/griechenland-in-der-krise-ich-liebe-die-deutschen-aber-ich.724.de.html?dram:article_id=394149

Auf Thassos scheinen besonders viele Menschen bereit zu sein zu echter VerĂ€nderung: Jeden Abend zeigt sich das dort, wo die Straßenbeleuchtung bereits umgerĂŒstet wurde vom teuren Normalbetrieb auf energiesparende LED-Lampen:

„Wir werden bald auf der ganzen Insel auf LED umstellen. Und wenn wir alle Dörfer und alle StrĂ€nde mit der neuen Technik ausgestattet haben, dĂŒrften wir um die 60 Prozent Strom sparen.“

Der BĂŒrgermeister von Thassos hat es dank des florierenden TourismusgeschĂ€fts vielleicht etwas leichter als andere, „ja“ zu sagen zu Innovationen. Noch in diesem Jahr wird es ein Erasmus-Austausch-Projekt mit dem schwĂ€bischen Metzingen geben, bei dem unter anderem eine Kampagne gegen die PlastiktĂŒten-Flut neue Impulse setzen soll. Nachtrag: PlastiktĂŒten auf Thassos mĂŒssen nun bezahlt werden.

Viele Touristen liegen am Strand der griechischen Insel Thassos (imago)
Viele Touristen liegen am Strand der griechischen Insel Thassos (imago)

Martin Schuster, einer der GĂ€ste auf der Insel, wirbt fĂŒr weitere Investitionen. Er war fĂŒr ein großes Energieunternehmen auf Thassos und auch auf anderen griechischen Inseln unterwegs. Mit einem bezahlbaren Alternativ-Energie-Konzept im GepĂ€ck musste er erfahren, dass viele Inselbewohner die aus deutscher Sicht schlĂŒssige Energie-Spar-Idee ablehnen, weil man das Leben eben genauso weiter leben will wie bisher. Aus Sicht der Ingenieure klingt das nicht sehr schlau:

„Wir waren auf einer Insel, wo jeden Tag 9.000 Liter Diesel verfeuert werden, um Strom zu erzeugen. Der Diesel wird ĂŒber zehn Stunden mit Schiffen transportiert. Die Stromkosten pro Kilowatt sind dadurch in der GrĂ¶ĂŸenordnung von etwa zwei Euro pro Kilowattstunde. Mit einem System, wie wir das anbieten, wĂ€ren wir bei unter 20 Cent.“

Vielleicht, so hofft der schwĂ€bische Energie-Experte, machen die positiven Beispiele Schule, die bereits erfolgreich eingefĂ€delt sind. Auf Kreta zum Beispiel hat die deutsch-griechische Versammlung ein Klima-Spar-Programm initiiert, bei dem vor allem grĂ¶ĂŸere Hotels ihre Klima-Technik modernisieren wollen. Durch alternative Energie sollen viel Geld gespart und dabei auch noch ArbeitsplĂ€tze geschaffen werden.

10 replies »

  1. Eine wundervolle Geschichte die nahegeht und berĂŒhrt liebe Ariane. Dazu deine wundervollen Bilder. Du hast eine besondere Art zu schreiben. Liebe GrĂŒĂŸe Andreas und vielen Dank.

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  2. Da hatte ich doch schon lange drauf gewartet. Tolle Geschichte und besondes schön bebildert. Da kommt so richtig der griechische Spirit rĂŒber. Danke das du uns so Thassos zeigst. NĂ€chste Woche bin ich auch wieder in Greek! 🙂
    Lieben Gruß von Ulla

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    • Hallo Ulla, danke dir :), ich freue mich. Ja, ich bin auch nĂ€chste Woche wieder auf Thassos. Es wird Zeit auch mal Ostern dort zu erleben, das habe ich noch nicht oder kann mich nicht daran erinnern ;). Ich wĂŒnsche dir viel Spaß und bald habe ich auch mehr Zeit, mich deiner schönen Seite mehr zu widmen. Liebe GrĂŒĂŸe Ariane

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    • Hallo Gudrun und Eberhard, ich freue mich, dass meine Bilder euch gefallen :). Ja ich kenne das Archondisa und habe dort auch schon einige schöne Stunden bei gutem Essen und Tanz verbracht. Ein herrlicher, malerischer und mystischer Platz. Eine kleine Nordgriechenland Reise oder Tagesreisen strebe ich mit einer Freundin Ende Juni auch an. Ich freue mich darauf. Ich wĂŒnsche euch schöne Ostern und bis bald.

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  3. Hallo Ariane, auch wir werden deutsche Ostern dort sein und griechische Ostern. Wir sind sehr gespannt was sich tut. Schön wenn du bei Zeiten auch schon mal bei meinem Blog vorbei schaust. Schöne GrĂŒĂŸe von Ulla

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  4. A beautiful story ~ told so well in photographs, with the text highlighting the emotions and feeling of Elena and André. It shows the power and pull of Thassos, and you put it together perfectly. Wishing you a great spring ahead ~ take care.

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